In dieser Online-Galerie finden Sie Bilder in verschiedenen Maltechniken: Aquarelle, Gouache, Pastellkreide, Kohlezeichnungen. Ferner Skulpturen aus Ton und Holz. Eine Werkschau des parkinsonkranken Künstlers Helmut Ludwig aus Suhl.
cand.phil. Ulla Böhlmann:
... Helmut Ludwig ein Extrembeispiel im Kampf gegen Parkinson ...Auszüge aus der Zulassungsarbeit (2001) zur wissenschaftlichen
Prüfung für das Lehramt an Realschulen von Ulla Böhlmann
Helmut Ludwig ist ein 59 jähriger Sportler, der seit 1978, also jetzt
rund 23 Jahre, an Parkinson erkrankt ist. Die Krankheit machte sich durch
Bewegungsverlangsamung und allgemeines Unwohlsein bemerkbar. Des weiteren
hatte er Schreibprobleme, was sich durch eine kleine Schrift bemerkbar
machte. Die Diagnose Parkinson war für den damals erst 37 jährigen
Englisch - und Sportlehrer ein Schock. Durch die rasche und gute Einstellung
mit Medikamenten erlebte er dann eine Honeymoonphase. Diese Zeit war geprägt
von "Euphorischer Stimmung, bis hin zur Unvernunft", so Helmut
Ludwig. Auf Anraten von Nichtfachleuten hörte er mit dem Sport auf.
Als er aber ca. zwei Jahre später als Vorläufer im Riesenslalom
bei den Stadtmeisterschaften schneller als der damalige Sieger war, schöpfte
er neuen Mut. Ein Jahr später wurde er dann Stadtmeister beim Riesenslalom
in seiner Heimatstadt Viechtach. Im Tennis konnte er 1983 den Meistertitel
im Doppel und den zweiten Platz im Einzel beim Tennisclub in Kollnburg
für sich verbuchen. Er hat also nicht aufgegeben und die Erfolge
bestätigten ihn in seinem aktiven Kampf gegen Parkinson. Nach der
Diagnose arbeitete Helmut Ludwig noch sieben Jahre als Gymnasiallehrer
und Skilehrer. Die Medikamente unterdrückten die Symptome des Parkinson.
Heute, also 23 Jahre nach der Diagnosestellung fährt der begeisterte
Sportler immer noch Ski. Er erlernte den Sport vor 55 Jahre und die Bewegungsmuster
sind noch vollständig vorhanden. Auf der Piste, im Schnee "fühlt
man sich zu Hause", so Ludwig. Während der Abfahrt sieht man
ihm die Krankheit nicht an; Probleme ergeben sich nur, wenn er im Schnee
liegt und er hinter der Bindung sitzt. "Dann ist es schwer, den Schwerpunkt
wieder über die Bindung zu bringen und aufzustehen.", sagt er.
Manchmal tritt auch der Freezing - Effekt beim Skilaufen auf. "Die
Abfahrt geht noch gut und am Ende steht man da und kann sich nicht mehr
bewegen." beschreibt Helmut Ludwig sein Empfinden dabei. An dem Tag,
als ich mit ihm Skifahren war, trat dies jedoch nicht auf. Auffällig,
so Helmut Ludwig, ist, dass er bei einer guten Atmosphäre, die zum
Beispiel geprägt sein kann von schönem Wetter und tollem Schnee
beim Skifahren, eine Euphorie entwickelt, die ihn die Mittagskrise schneller
überwinden lässt.Er berichtet von sehr extremen Schwankungen
zwischen den on - und den off - Phasen. Er fühlt sich topfit bei
den on - Phasen und "zum wegwerfen" bei den off - Phasen. |