In dieser Online-Galerie finden Sie Bilder in verschiedenen Maltechniken: Aquarelle, Gouache, Pastellkreide, Kohlezeichnungen. Ferner Skulpturen aus Ton und Holz. Eine Werkschau des parkinsonkranken Künstlers Helmut Ludwig aus Suhl.

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parkinson


die krankheit

 gedicht

... Parkinson-Patienten zum Trost ...

von Helmut Ludwig

Mehr oder minder lange schon
plagt uns der Morbus Parkinson.
A sel’tner Kamerad mit vui G’sichter,
a b’schaulichs Leb’n meist unterbricht er.
Aber wir wolln net jammern, dazu is scho z’ spät
freu'n wir uns, dass jeden Tag die Sonn’ aufgeht.

Wia de Krankheit anfängt des is net g’wiss
geschweige denn wo’s herkomma is.
Dem oan sei Handschrift wird immer kloana,
der zwoat fang’ s Zittern o, der dritt’ kriagt steife Boana.
Aber wir woll’n net jammern, dazu is scho z’spät.
Wir freu’n uns, wenn der Mond am Himmel steht.

Der da geht spazieren g’rad wia a Schneck'
mit Tippelschritt, kommt net vom Fleck.
Wieder oana schwitzt, obwohl er nix tuat,
eimerweis Wasser - vielleicht a Bluat?
Aber mer wolln net jammern, schau’n nicht zurück,
a Bleamerl am Wegrand bedeutet uns scho Glück.

Manch oana möchte gern losstarten in Eile,
wia eing’frorn muass er dasteh’n a Weile
bis sein Kopf läßt ihn endlich frei,
manchmal geht a ganze Stund vorbei.
Aber wir woll’n net jammern, machens wie die Sonnenuhr,
zählen einfach die hellen Stunden nur

Mei' Sprach', die ist undeutlich worn
schwer zu versteh'n auch für gute Ohr'n.
Selbst gute Freunde beschwer'n sich schon,
dass s'so schwer fällt die Kommunikation.
Aber wir woll'n net jammern, kennen keine Depressionen,
in unserem Herzen soll Freude wohnen.

Ob du dich ärgerst, traurig bist, dich freust
- so sagt mei Frau - du hast alleweil das gleiche G'schau!
Wenn i moan, i schaugat d'rein recht nett,
vergebens, i schau doch wia a Kinderschreck.
Aber wir woll'n net jammern, schau'n nur nach vorn,
auch wenn die Liab' is kühler worn.

Des ganze is scho a saudumme G'schicht,
I möchte freundlich schau'n und es gelingt mir nicht.
Durch die Muskelstarre im G'sicht wird's a so,
dass i nimmer lächeln, kaum mehr lachen ko.
Aber wir woll'n net jammern, net lamentieren,
`s Leb'n is z'kurz, um damit Zeit zu verlieren.

Manch oana wird' mi für narrisch erklär'n,
wenn i sag': ich danke dem Herrn!
Er hat's g'schafft der guate Mo,
dass über Kleinigkeiten i mi wieder freun ko,
mir ganz neue Ideen und Einsichten bracht,
dass i recht z'fried'n bin meistens auf d'Nacht.

Zum Schluss möchte ich mich herzlich bedanken
bei Euch G'sunden und bei Euch Kranken
für's Anhör'n von meinem Gedankenfluss,
den i beenden möchte mit einem schön' Gruß zum Thema Glück:
Glück ist zu wissen, was ma alles net braucht!

 

 

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